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Analytische Perspektiven auf Interaktion: Eine Rahmung

Die empirische Untersuchung menschlicher Interaktion hat sich in der Linguistik im deutschsprachigen Raum in Folge der Rezeption der Conversation Analysis (Sacks/Schegloff/Jefferson 1974) seit Ende der 1960er Jahre etabliert und ausdifferenziert. Die inzwischen erreichte Ausdifferenzierung spiegelt sich in den Selbstbezeichnungen der unterschiedlichen Ansätze wider: (ethnomethodologische) Konversationsanalyse, (linguistische) Gesprächsanalyse, (kritische) Diskursanalyse, funktionale Pragmatik, interaktionale Linguistik, interpretative Soziolinguistik, Interaktionsanalyse, multimodale Interaktionsanalyse etc. Um diese Vielfalt begrifflich wieder zu homogenisieren, hat sich die übergeordnete Bezeichnung „Gesprächsforschung“ etabliert. Für alle Ansätze, die in diesem Zusammenhang mit durchaus unterschiedlichen Erkenntnisinteressen arbeiten, ist folgende Gemeinsamkeit konstitutiv: Sie alle haben als empirische Grundlage Dokumente authentischer Interaktion aus sehr unterschiedlichen Situationen. Diese bestehen teils aus Tondokumentationen und erlauben die Analyse der verbalen Interaktionsanteile, teils – und in zunehmendem Maße – sind das auch Videoaufzeichnungen, welche die Analyse der faktischen multimodalen Komplexität von Interaktion ermöglichen. Auch die Analysen des hier vorliegenden Bandes sind mit unterschiedlicher Verankerung in diesem ausdifferenzierten empirischen Forschungsfeld verortet. Wie genau diese Verankerung aussieht, wird jeweils zu Beginn der vier Fallanalysen dargestellt.

DOI: https://doi.org/10.37307/j.1868-775X.2012.04.03
Lizenz: ESV-Lizenz
ISSN: 1868-775X
Ausgabe / Jahr: 4 / 2012
Veröffentlicht: 2012-11-26