Der Beitrag bietet eine Bestandsaufnahme zur Grammatikschreibung der deutschen Sprache im 21. Jahrhundert und fragt dabei insbesondere nach Tendenzen, Möglichkeiten und Grenzen der Integration von Korpusdaten. Während die neuesten Grammatiken des Gegenwartsdeutschen (Ágels Grammatische Textanalyse 2017; Welkes Konstruktionsgrammatik 2019 und die 10. Aufl. der Dudengrammatik 2022) eher neue Theorieansätze in die Grammatikographie einbringen, kann in Bezug auf die sprachhistorische Grammatikschreibung (vor allem in Bezug auf das Mittelhochdeutsche und Mittelniederdeutsche) ein deutlicherer Trend zu einer systematischen Entwicklung hin zu korpusbasierter Grammatikschreibung konstatiert werden. Unter Aufarbeitung des bisherigen grammatikographischen Diskurses, der eine Diskussion zu Zielgruppenorientierung sowie Prinzipien der Grammatikschreibung thematisiert, bietet der Beitrag einen mehrdimensionalen Ansatz zur Klassifikation von Grammatiken und formuliert spezifische Fragen für eine zukünftige korpusbasierte Grammatikschreibung. Damit wird ein metagrammatikographischer Diskurs angeregt, der Grundlagen für eine korpusbasierte Grammatikographie schaffen und somit neue Grammatikprojekte anstoßen könnte.
The article provides an overview of grammar writing for the German language in the 21st century, focusing on particular on trends, possibilities and limitations regarding the integration of corpus data. While the most recent grammars of contemporary German (Ágel’s Grammatische Textanalyse 2017, Welke’s Konstruktionsgrammatik 2019, and the 10th edition of the Duden Grammatik 2022) have tended to introduce new theoretical approaches into grammar writing, we can observe a more pronounced trend toward a systematic development of corpus based grammar writing in the field of historical grammar writing (especially with regard to Middle High German and Middle Low German). Drawing on the existing discourse in grammaticography – which has addressed issues of target group orientation and principles of grammar writing – the article offers a multidimensional approach to classifying grammars and formulates specific questions for future corpus based grammar writing. In doing so, it stimulates a metagrammaticographic discourse which could establish foundations for corpus based grammaticography and thus encourage new grammar projects.
| DOI: | https://doi.org/10.37307/j.1868-775X.2026.03.02 |
| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 1868-775X |
| Ausgabe / Jahr: | 3 / 2026 |
| Veröffentlicht: | 2026-09-21 |
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